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Bielebohlied
Zu der Lausitz grünen Auen
Schön begrenzt von Wald und Hain
Steht auf hoher Bergespitze
Fest bei Wetter, Sturm und Hitze
Schlank der Thurm des Bileboh.
Fern, im grauen Alterthume,
Schloß hier Urwald in sich ein
Berg und Thäler, Höh’n und Tiefen,
Und des Berggeist’s Stimmen riefen
Warnung zu dem Wandersmann.
Als sich Heid’ und Christ bekämpften,
Floß allhier das Opferblut.
Helle Glöckleinstöne schallten,
Friedevoll und gläubig wallten
Fromme Pilger auf zur Höh’.
Die Kapelle, klein doch strahlend
Hoch am steilen Felsenriff,
Brach die Macht der finstren Tage
Und nun nennt des Volkes Tage
Diesen Berg den „weißen Gott“.
Zwar entschwunden sind die Zeiten,
Und entflohen manch’ Geschlecht,
Doch der Wandersmann empfindet,
Wenn er einsam hier sich findet
Andachtsvoll der Geister Weh’n.
Stehe fest an hehrer Stelle
Neue Burg des Bileboh!
leb’ durch deine Zauberweise,
Daß es tönt aus jedem Kreise:
„Sei gegrüßt! - Auf Wiedersehn!“