Veranstaltungen

26.01.2019 ab 18.00 Uhr
Hüttentanz mit Angelika Martin

ab sofort Kartenvorverkauf
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oder direkt bei uns

 

 

 

Kulinarischer Kalender

Dezember
-Adventszeit-
weihnachtliche Gerichte zur Einstimmung aufs Fest

jeden Donnerstag im Advent
Jagdessen auf dem Berg
41€/Person inkl. Menü & Programm
andere Termine auf Anfrage
Genießen wie edle Jäger...

 

 

Ritteressen auf dem Bieleboh
Schlemmen wie der Burgvogt...

Geschichten um die Bergbaude

Keine rauschende Tannenwipfel...

...nur wenige Rehe und nur wenige lustige Männlein mit nur zwei Beinen zum Beobachten. Damals im Jahr 1872, als der Bieleboh noch ein kahler Berg war, beginnt meine lange Geschichte. Gastwirt Wenzel aus dem im Tale liegenden Ort Beiersdorf, erlauchte sich ein Schankzelt aufzustellen und vorüber kommenden Wandersleuten eine bekömmliche Hefeerfrischung anzubieten.

Dies lies die Taler in den Ohren so einiger Leute klingeln und schon bald darauf schlossen sich brave Bürger zu einem Gebirgsverein und später zum „Bielebohverein“ zusammen, um den Berg touristisch zu erschließen, wie man heute sagen würde.

Fröhliche Mädels mit hübschen Zöpfen und spitzbübische Lausejungs der Beiersdorfer Grundschule schleppten Tag um Tag insgesamt 16 000 Ziegel zu meiner Errichtung auf den Berg. Der Kostenaufwand für mich und meinen treuen Begleiter, den Aussichtsturm, betrug insgesamt 19.000 RM, eine gewaltige Summe, die aber durch Mitglieder der Vereine und eine Hypothek schnell aufgebracht wurde.

Historischer Bieleboh
Historischer Bieleboh

So konnte schon zu Pfingsten, am 6. Mai 1883 meine Einweihung festlich begangen werden. Oh, welch ein Tag war das, als mich die braven Männlein mit nur zwei Beinen voller Stolz betrachteten. Sie hatten ja auch allen Grund dazu, denn ich übte in meiner jugendlichen Blüte, eine enorme Anziehungskraft auf Besucher, von nah und fern aus. Und wie süß ist erst die Erinnerung an den Tag, als der Forschritt in mir Einzug hielt! Im Jahre 1913 sah man meine Pracht das erste Mal elektrisch beleuchtet und nur ein Jahr später floss auf einmal Wasser, ganz ohne mühsames Pumpen in meine Waschbecken. Ich wurde sogar um einen riesigen Vereinssaal erweitert!

Eintrittskarte Bieleboh
Eintrittskarte Bieleboh

Wer sollte damals die schweren Jahre ahnen die vor uns lagen? Mein geliebter Berg bekam auf einmal den schrecklichen Namen „Huhberg“. Das hatte wohl etwas mit unseren slavischen Ursprüngen zu tun.

Als wir alle dachten, dass die Zeiten sich wieder besserten, wurden die braven Männlein mit nur zwei Beinen des Bielebohvereins enteignet und ich wurde verschiedenen VEB-Betrieben überlassen. Kriegs- und Nachkriegsjahre und auch das DDR Regime ließen nicht viel Geld für meine Instandhaltung.

Nein, welch verrückte Zeit das doch war.

Doch die lustigen Männlein mit nur zwei Beinen, die Bergwirte genannt werden, haben sich stets bemüht das Beste aus der Situation zu machen. So manches Mal habe ich amüsiert meine Dachbalken verzogen, als ich die Bergwirtmännlein mit wehenden Lodenmantel, Berghütchen, Bergstock und einem großen Rucksack erst den Berg hinab und dann langsam und ächzend mit ihren Besorgungen den Berg hinauf schwarenzeln sah. Doch trotz objektiver Unzulänglichkeit war immer was los auf dem Berg. Besucher der zahlreichen Baudenabende, Weinfeste, dem traditionsgemäßen Pfingstkonzert mit der Feuerwehrkapelle und vielerlei geselliger Veranstaltungen kitzelten mit ihren fröhlichen Tänzen meinen dicken Bauch und veranlassten mich oft zu lauten Lachsalven, die zu meinem großen Bedauern die niedlichen Rehlein erschreckten.

Bielebohlied
Bielebohlied

Im Jahre 1990 traf uns dann alle ein heftiger Schlag, als ich so mir nichts dir nichts einfach geschlossen wurde. Diese Behandlung lies mich nicht nur aufs höchste entrüstet zurück, sondern brach auch so manch alten Balken. Nach sechs tristen Jahren, kam im Jahre 1996 meine Erlösung, als ich einen neuen Besitzer fand. Liebevoll wurde ich ganz im Vorbild meines ursprünglichen Aussehens generalüberholt. Selbst meine geliebte Thekenbeleuchtung aus geschnitzten Figuren erstrahlt heute wieder in vollem Glanz und beeindruckt so manch einen Besucher, die mich zu meinem großen Glück wieder zahlreich zum Lachen bringen.

Erst vor kurzem lies eine Bemerkung des Bergwirtmännleins mit nur zwei Beinen mein Gebälk voll Freude erzittern und mich voll Erwartung der Zukunft entgegen sehen:

„Was uns die Väter anvertraut, das wollen wir getreu erhalten, um es noch schöner zu gestalten.“